Ortsteil der Stadt Lübtheen

Volzrade

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Anzahl der Einwohner 117
Besonderes saniertes Herrenhaus


Die erste Urkunde in der Volzrade genannt wird, ist die vom 14. August 1363. Heinrich von der Hude verkaufte damals seinen Besitz in der Jabel Heide an Herzog Albrecht von Mecklenburg. Erste Siedler auf dem Gebiet des heutigen Volzrade soll es schon um 1200 gegeben haben.

Lehnsherren waren die von Pentz auf der Burg Redefin. 1592 nahm Levin von Pentz als erster seinen Wohnsitz in Volzrade und ließ sich ein Wohnhaus bauen.

Im 16. Jahrhundert wurde in Volzrade sogar ein Hexenprozess geführt, gegen die Ehefrau des Kossaten Hagen, geb. Pröhl. Sie wurde der Zauberei verdächtigt und angeklagt. In der Voruntersuchung sagten mehrer Zeugen gegen sie aus. Das Schicksal war gnädig mit ihr, sie verstarb, bevor der Prozess weitergeführt werden konnte und entging so dem Scheiterhaufen.

Das reetgedeckte Herrenhaus brannte 1827 ab. Ein neues Herrenhaus entstand 1839/1840 nach den Entwürfen des Berliner Architekten J. H. Gottfried Krug. Vorbild für das neue Haus war die Villa Godi des italienischen Baumeisters Andrea Palladio. Ein solcher Bau war im damaligen Mecklenburg ein Novum.

Das Gut Volzrade hatte eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 900 ha.

Wie alle Güter in der ehemaligen DDR wurde auch Volzrade im Zuge der Bodenreform enteignet. Das Land wurde unter den Neusiedlern, meist waren diese Flüchtlinge, verteilt. Der Gutshof, bis auf das Herrenhaus, verschwand komplett. Das Material aus dem Abriss der Ställe und Scheunen diente dem Aufbau neuer Siedlungshäuser.

Schon 1952 gründeten die Volzrader eine LPG, schlossen sich jedoch später mit der LPG Neu Lübtheen zusammen.

In Volzrade befindet sich eine Milchviehanlage der Agrarproduktion Lübtheen e. G.